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Erst verstehen, dann sanieren

Energetische Fachplanung für Bestandsgebäude in Bremen und Niedersachsen. Gute Projekte entstehen nicht durch möglichst viele Einzelmaßnahmen, sondern durch Entscheidungen, die technisch zusammenpassen.

Backsteinfassade eines Jahrhundertwendehauses mit weißem Erker, dunkel gestrichenen Sprossenfenstern und Laub im Vordergrund

Arbeitsweise

Ein Gebäude reagiert als Ganzes

Fünf Abhängigkeiten bestimmen, in welcher Reihenfolge sinnvoll gebaut wird. Sie lassen sich rechnen, bevor Geld gebunden wird.

  • Dämmung verschiebt den TaupunktOb die Konstruktion trocken bleibt, entscheidet die Rechnung nach DIN 4108-3, nicht die Dämmstärke
  • Dichtheit verändert den LuftwechselNach Fenstertausch oder Dämmung ist zu prüfen, ob der Luftwechsel zum Feuchteschutz noch erreicht wird
  • Die Hülle bestimmt die AnlagengrößeWird zuerst gedämmt, fällt die Heizlast nach DIN EN 12831 niedriger aus. Eine Heizung, die vorher auf den unsanierten Bedarf ausgelegt wurde, bleibt über ihre ganze Lebensdauer zu groß
  • Schäden entstehen an den SchnittstellenOft nicht mitten im Bauteil, sondern dort, wo zwei aufeinandertreffen: Fensteranschluss, Attika, Übergang von beheizt zu unbeheizt
  • Die Reihenfolge bestimmt den ZuschussDer Sanierungsfahrplan muss vor dem Antrag vorliegen, und die Obergrenzen gelten je Kalenderjahr: Wer Maßnahmen auf mehrere Jahre verteilt, kann sie mehrfach ausschöpfen
Fenster im Bestand: abblätternde weiße Farbe auf Rahmen und Sohlbank, Einfachverglasung, im Glas spiegelt sich ein Nachbargebäude

Entscheidungsfälle

Zwei Gebäude, zwei Reihenfolgen

Nicht die Gebäude sind der Inhalt, sondern der Weg von der Ausgangslage zur Entscheidung.

Woltmershausen, Bremen

Einfamilienhaus, Baujahr 1965

Ausgangslage
158 m², drei Vollgeschosse, Außenwand ungedämmt, Fenster von 1965 und 1980. Erdgas-Brennwertkessel von 2020.
Entscheidung
Vier Stufen: Fußboden und oberste Geschossdecke, dann Außen- und Kellerwand, dann Fenster und Haustür, zuletzt Heizung mit Warmwasserspeicher und Lüftung. Die junge Heizung bleibt, bis die Hülle steht.
271 → 55kWh/(m²a) Primärenergie
125.000 €Gesamtinvestition
35.500 €Förderung
EH 85Zielzustand
Bremen

Reihenhaus, Baujahr 1962

Ausgangslage
142 m², zweischaliges Klinkermauerwerk, Öl-Kessel von 2002. Oberste Geschossdecke 2020 gedämmt, ein Fenster und die Haustür 2015 erneuert.
Entscheidung
Vier Stufen in fester Reihenfolge: Dachgeschoss, dann Fenster und Fassade, dann Wärmepumpe mit hydraulischem Abgleich, zuletzt Lüftung und Kellerdecke.
291 → 31kWh/(m²a) Primärenergie
92.000 €Gesamtinvestition
29.200 €Förderung
EH 70Zielzustand

Förderung ist eine Randbedingung, kein Ziel

Welche Maßnahme wann förderfähig ist, hängt an der technischen Planung und an der Reihenfolge der Anträge. Beides wird zusammen betrachtet. Was technisch richtig ist, bestimmt die Förderlogik aber nicht. Die geltenden Sätze, Deckel und Fristen stehen dort, wo sie gepflegt werden können: auf der Seite zur Fördermittelberatung.

Haltung

Einmal fundiert entscheiden, statt später nachbessern

Das setzt voraus, dass die technischen Zusammenhänge geklärt sind, bevor gebaut wird.

Verantwortlich: Jonas Balzar, Diplom-Bauingenieur, TU Dresden, Gebäude-Energie-Management. Zuvor drei Jahre Fachplaner für Energie und Nachhaltigkeit bei Goldbeck. Heute auf Bestandsgebäude spezialisiert, vor allem Wohngebäude und denkmalgeschützte Substanz, mit über 30 individuellen Sanierungsfahrplänen. Ausführlich →

Gespräch

Sprechen wir, bevor die erste Entscheidung fällt

Am Anfang steht meist eine konkrete Frage zu einem konkreten Gebäude. Schreiben Sie, worum es geht. Den Rest klären wir im Gespräch.

Pflichtfeld. Ihre Angaben werden ausschließlich zur Beantwortung der Anfrage verwendet und nicht an Dritte weitergegeben.

Adresse
Rigaer Str. 1
28217 Bremen