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Erst verstehen, dann sanieren.

Energetische Fachplanung für Bestandsgebäude in Bremen und Niedersachsen. Gute Projekte entstehen nicht durch möglichst viele Einzelmaßnahmen, sondern durch Entscheidungen, die technisch zusammenpassen.

Backsteinfassade eines Jahrhundertwendehauses mit weißem Erker, dunkel gestrichenen Sprossenfenstern und Laub im Vordergrund

Arbeitsweise

Ein Gebäude reagiert als Ganzes.

Fünf Abhängigkeiten bestimmen, in welcher Reihenfolge sinnvoll gebaut wird. Sie lassen sich rechnen, bevor Geld gebunden wird.

  • Dämmung verschiebt den Taupunkt.Ob die Konstruktion trocken bleibt, entscheidet die Rechnung nach DIN 4108-3, nicht die Dämmstärke.
  • Dichtheit verändert den Luftwechsel.Nach Fenstertausch oder Dämmung ist zu prüfen, ob der hygienisch notwendige Luftwechsel noch erreicht wird.
  • Die Hülle bestimmt die Anlagengröße.Wird zuerst gedämmt, fällt die Heizlast nach DIN EN 12831 niedriger aus. Eine Heizung, die vorher auf den unsanierten Bedarf ausgelegt wurde, bleibt zwanzig Jahre zu groß.
  • Schäden entstehen an den Schnittstellen.Selten mitten im Bauteil, meist dort, wo zwei aufeinandertreffen: Fensteranschluss, Attika, Übergang von beheizt zu unbeheizt.
  • Die Reihenfolge bestimmt den Zuschuss.Was wann beantragt wird, entscheidet über die Förderfähigkeit der übernächsten Maßnahme.
Fenster im Bestand: abblätternde weiße Farbe auf Rahmen und Sohlbank, Einfachverglasung, im Glas spiegelt sich ein Nachbargebäude

Entscheidungsfälle

Zwei Gebäude, zwei Reihenfolgen.

Nicht die Gebäude sind der Inhalt, sondern der Weg von der Ausgangslage zur Entscheidung.

Bremen-Schwachhausen

Gründerzeitvilla, Baujahr 1906

Ausgangslage
Denkmalgeschützt, Energieausweisklasse H. Fassade und historische Fensterrahmen sind zu erhalten. Eine Außendämmung scheidet damit aus.
Entscheidung
Innendämmung mit geführtem Feuchtenachweis nach DIN 4108-3. Ob die Wand trocken bleibt, entscheidet die Rechnung, nicht die Dämmstärke.
Klasse HEnergieausweis vor Sanierung
In AusführungStand der Umsetzung
Bremen

Reihenhaus, Baujahr 1962

Ausgangslage
142 m², zweischaliges Klinkermauerwerk, Öl-Kessel von 2002. Oberste Geschossdecke 2020 gedämmt, ein Fenster und die Haustür 2015 erneuert.
Entscheidung
Vier Stufen in fester Reihenfolge: Dachgeschoss, dann Fenster und Fassade, dann Wärmepumpe mit hydraulischem Abgleich, zuletzt Lüftung und Kellerdecke.
291 → 31kWh/(m²a) Primärenergie
92.000 €Gesamtinvestition
29.200 €Förderung
EH 70Zielzustand

Reihenhaus, Baujahr 1962 in Bremen. Vier Stufen über mehrere Jahre, gerechnet, bevor die erste Rechnung geschrieben wurde. Der ganze Fall

291 auf 31kWh/(m²a) Primärenergie
92.000 €Gesamtinvestition
29.200 €Förderung
EH 70Zielzustand

Förderung ist eine Randbedingung, kein Ziel.

Welche Maßnahme wann förderfähig ist, hängt an der technischen Planung und an der Reihenfolge der Anträge. Beides wird zusammen betrachtet. Was technisch richtig ist, bestimmt die Förderlogik aber nicht. Die geltenden Sätze, Deckel und Fristen stehen dort, wo sie gepflegt werden können: auf der Seite zur Fördermittelberatung.

Haltung

Einmal fundiert entscheiden, statt später nachbessern.

Eine Entscheidung sollte einmal auf belastbarer Grundlage fallen und nicht durch Nachbesserungen korrigiert werden müssen. Das setzt voraus, dass die technischen Zusammenhänge geklärt sind, bevor Geld gebunden wird.

Verantwortlich: Jonas Balzar, Diplom-Bauingenieur, TU Dresden, Gebäude-Energie-Management. Zuvor Fachplaner für Energie und Nachhaltigkeit bei Goldbeck. Heute auf Bestandsgebäude spezialisiert, mit Schwerpunkt auf denkmalgeschützter Substanz. Ausführlich →

Gespräch

Sprechen wir, bevor die erste Entscheidung fällt.

Am Anfang steht meist eine konkrete Frage zu einem konkreten Gebäude. Schreiben Sie, worum es geht. Den Rest klären wir im Gespräch.

Pflichtfeld. Ihre Angaben werden ausschließlich zur Beantwortung der Anfrage verwendet und nicht an Dritte weitergegeben.

Adresse
Rigaer Str. 1
28217 Bremen