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Start · Ökobilanzierung

Lebenszyklusanalyse (LCA) für Gebäude

Öko­bilan­zierung von Gebäuden nach DIN EN 15978

Die Ökobilanz zeigt, wie viel Treibhausgas ein Gebäude über seinen gesamten Lebenszyklus verursacht: bei der Herstellung der Baustoffe, im Betrieb und beim Rückbau. Für die Neubauförderung der KfW ist sie Voraussetzung, und ab 2028 gehört ihr Ergebnis schrittweise in den Energieausweis neuer Gebäude.

Was die Ökobilanz rechnet

Nicht nur der Betrieb, auch die Baustoffe

Der Nachweis nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, bis Juli 2026 Gebäudeenergiegesetz) bewertet den Energiebedarf im Betrieb. Was bei der Herstellung von Beton, Stahl, Dämmstoffen und Fenstern an Treibhausgasen entsteht, taucht darin nicht auf. Je effizienter ein Gebäude im Betrieb ist, desto größer wird dieser Anteil.

Die Ökobilanz rechnet beides zusammen, über einen Betrachtungszeitraum von in der Regel 50 Jahren und bezogen auf Quadratmeter und Jahr. Am Ende stehen zwei Kennwerte: das Treibhausgaspotenzial in Kilogramm CO₂-Äquivalent und der Bedarf an nicht erneuerbarer Primärenergie. Die Daten der Baustoffe stammen aus der ÖKOBAUDAT, der Datenbank des Bundesbauministeriums. Bilanziert werden vier Abschnitte:

  • Herstellung der Baustoffe und Bauteile
  • Austausch von Bauteilen, die während der Nutzung ersetzt werden, etwa Fenster oder Anlagentechnik
  • Betrieb, also der Energiebedarf während der Nutzung
  • Rückbau und Entsorgung am Ende der Nutzung

Wann sie nötig ist

Förderung, Zertifizierung und bald der Energieausweis

  • Klimafreundlicher Neubau der KfW: Das Gebäude muss Grenzwerte für Treibhausgasemissionen im Lebenszyklus einhalten, nachgewiesen über eine Ökobilanz, auch ohne Nachhaltigkeitssiegel
  • Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG): Die Ökobilanz ist ein Baustein der Zertifizierung, die eine akkreditierte Zertifizierungsstelle durchführt
  • DGNB und BNB: In beiden Bewertungssystemen fließt die Ökobilanz in die Bewertung ein
  • Energieausweis für Neubauten: Nach der EU-Gebäuderichtlinie, die das GModG umsetzt, wird das Treibhausgaspotenzial ab 2028 für Neubauten mit mehr als 1.000 m² Nutzfläche berechnet und angegeben, ab 2030 für alle Neubauten

Ablauf

Vom Plansatz zum Kennwert

01

Unterlagen

Pläne, Bauteilaufbauten, Flächenaufstellung und der Energiebedarf aus dem Nachweis, digital übermittelt.

02

Mengen und Datensätze

Ich ermittle die Mengen je Bauteil und ordne jedem Baustoff einen passenden Datensatz zu. Hier entscheidet sich, wie belastbar das Ergebnis ist.

03

Berechnung

Treibhausgaspotenzial und Primärenergie je Quadratmeter und Jahr, abgeglichen mit dem Grenzwert des Förderprogramms oder des Bewertungssystems.

04

Stellschrauben

Die Auswertung zeigt, welche Bauteile das Ergebnis bestimmen. Liegt der Wert über dem Grenzwert, rechne ich Varianten, bevor umgeplant wird.

05

Dokumentation

Ein Bericht mit allen Mengen, Datensätzen und Annahmen, prüfbar für Förderstelle, Zertifizierer oder Planungsteam.

Zeitpunkt

Am meisten bewirkt sie im Entwurf

Die größten Posten einer Ökobilanz stehen früh fest: Tragwerk und Bauweise, Untergeschoss und Tiefgarage, Fassade und Dämmstoff. Wird erst gerechnet, wenn die Ausführungsplanung steht, lässt sich das Ergebnis nur noch dokumentieren, nicht mehr beeinflussen.

Sinnvoll ist deshalb eine erste Abschätzung in der Entwurfsplanung und die vollständige Bilanz, sobald Bauteilaufbauten und Mengen feststehen. So fällt ein überschrittener Grenzwert auf, solange eine andere Decke oder ein anderer Dämmstoff noch eine Planänderung ist und keine Nachtragsforderung.

Fragen

Was häufig gefragt wird

Was kostet eine Ökobilanz?

Das hängt von Größe und Planungsstand des Gebäudes ab und davon, wie viele Varianten gerechnet werden sollen. Ein Angebot erstelle ich nach einer kurzen Abstimmung zu Ihrem Projekt.

Ist die Ökobilanz dasselbe wie der Nachweis nach dem GModG?

Nein. Der Nachweis bewertet den Energiebedarf im Betrieb, die Ökobilanz zusätzlich die Baustoffe über den gesamten Lebenszyklus. Der Energiebedarf aus dem Nachweis geht als ein Baustein in die Ökobilanz ein.

Vergeben Sie auch das QNG-Siegel?

Nein. Das Siegel wird über akkreditierte Zertifizierungsstellen vergeben. Die Ökobilanz ist dort ein Baustein unter mehreren, neben Anforderungen etwa an Schadstoffe und Barrierefreiheit.

Welche Unterlagen brauchen Sie?

Grundrisse, Schnitte und Ansichten, die Aufbauten der Bauteile, eine Flächenaufstellung und den Nachweis nach dem GModG mit dem Energiebedarf. Ist die Planung noch nicht so weit, arbeite ich mit Annahmen und kennzeichne sie im Bericht.

Gespräch

Sprechen wir, bevor die erste Entscheidung fällt

Am Anfang steht meist eine konkrete Frage zu einem konkreten Gebäude. Schreiben Sie, worum es geht. Den Rest klären wir im Gespräch.

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Adresse
Rigaer Str. 1
28217 Bremen