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Referenzen aus Bremen

Vier Gebäude, vier Reihenfolgen

Vier Bestandsgebäude, jedes mit einer eigenen Ausgangslage und deshalb mit einer eigenen Reihenfolge der Maßnahmen.

Reihe von Backsteinhäusern der Jahrhundertwende mit weißen Erkern, dunklen Sprossenfenstern und schmiedeeisernem Vorgartenzaun

Erst die Hülle, dann die Heizung

Wo die Heizung erneuert wird, kommt sie nach der Hülle. Das ist keine Vorliebe, sondern Rechnung: Sinkt der Bedarf zuerst, fällt die neue Anlage kleiner und günstiger aus. Welche Reihenfolge im Einzelfall gilt, legt der individuelle Sanierungsfahrplan fest, bevor die erste Maßnahme beauftragt wird.

Projektbeispiele

Was jeweils zuerst sinnvoll war

Bremen-Schwachhausen

Gründerzeitvilla, Baujahr 1906

Ausgangslage
Denkmalgeschützt, Energieausweisklasse H vor Sanierung. Die Außenfassade steht unter Denkmalschutz; ihre charakteristische Erscheinung darf sich nicht verändern.
Technische Frage
Wie lässt sich die Hülle wirksam verbessern, wenn eine Außendämmung ausscheidet?
Abhängigkeit
Innendämmung verschiebt den Taupunkt in die Konstruktion. Ob die Wand trocken bleibt, entscheidet der Feuchteschutznachweis nach DIN 4108-3, nicht die Dämmstärke. Kritisch sind dabei nicht die Flächen, sondern die Balkenköpfe der Holzbalkendecke, die in der gedämmten Außenwand liegen.
Entscheidung
Innendämmung der Außenwände mit geführtem Feuchtenachweis. Bei den Fenstern wurde nur die Verglasung erneuert, die historischen Rahmen wurden aufgearbeitet statt ersetzt. Kellerwand und Kellerdecke sind getrennt betrachtet und differenziert gedämmt, weil genutzte und unbeheizte Kellerbereiche aneinandergrenzen und der Übergang zwischen beiden Zonen bauphysikalisch aufgeht.
Klasse HEnergieausweis vor Sanierung
In AusführungStand der Umsetzung
Bremen

Reihenhaus, Baujahr 1962

Ausgangslage
Rund 142 m² Wohnfläche in Mittellage, zweischaliges Klinker-Mauerwerk, Öl-Niedertemperaturkessel von 2002. Punktuell teilsaniert: oberste Geschossdecke 2020 gedämmt, ein Fenster sowie die Haustür 2015 erneuert. Restliche Bausubstanz auf Baujahresstand
Technische Frage
Wie ordnen sich vorhandene Teilmaßnahmen in eine Gesamtstrategie ein, ohne sie zu entwerten oder doppelt zu planen?
Abhängigkeit
Die Heizlast fällt nach der Hülle deutlich niedriger aus. Wird die Wärmepumpe vorher ausgelegt, ist sie dauerhaft zu groß und läuft im schlechteren Betriebspunkt. Zusätzlich schränkt die Lage als Reihenhaus die Außendämmung an einzelnen Bauteilen ein.
Entscheidung
Vier Stufen in fester Reihenfolge: zunächst Dachgeschoss mit Innendämmung der Giebelwände, Dachfenstertausch und Dachdämmung, danach Fenstertausch und Fassadendämmung, anschließend Heizungstausch auf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe inklusive hydraulischem Abgleich, abschließend Lüftungsanlage und Kellerdeckendämmung. Die Wärmepumpe folgt bewusst erst auf Dach, Fenster und Fassade.
291 → 31kWh/(m²a) Primärenergie
92.000 €Gesamtinvestition
29.200 €Förderung
EH 70Zielzustand
Woltmershausen, Bremen

Einfamilienhaus, Baujahr 1965

Ausgangslage
Rund 158 m² Wohnfläche, drei Vollgeschosse, beheizter Keller, unbeheiztes Dach. Außenwand ungedämmt, Fenster teils Ein-, teils Zweischeibenverglasung aus 1965 und 1980, Rollladenkasten 1980 nachgedämmt. Erdgas-Brennwertkessel von 2020
Technische Frage
Wie ordnet sich eine erst wenige Jahre alte Heizung in einen Fahrplan ein, der zuerst die Hülle angeht?
Abhängigkeit
Der hohe Primärenergiebedarf kommt aus der ungedämmten Hülle, nicht aus dem Kessel. Ein vorgezogener Heizungstausch würde eine Anlage bringen, die auf den ungedämmten Bedarf ausgelegt ist. Er würde die investierte Summe früh binden, ohne den Bedarf zu senken.
Entscheidung
Vier Stufen: zunächst Fußbodendämmung und Dämmung der obersten Geschossdecke, danach Dämmung von Außen- und Kellerwand, anschließend Fenster- und Haustürtausch, abschließend Heizungstausch samt Warmwasserspeicher und Lüftungsanlage. Die junge Heizung bleibt, bis die Hülle steht.
271 → 55kWh/(m²a) Primärenergie
125.000 €Gesamtinvestition
35.500 €Förderung
EH 85Zielzustand
Walle, Bremen

Vermietetes Einfamilienhaus, Baujahr 1950

Ausgangslage
Rund 100 m² Wohnfläche, zwei Vollgeschosse, unbeheizter Keller, Dach beheizt bis zur obersten Geschossdecke. Außenwand Ziegelmauerwerk ungedämmt, Fenster und Rollladenkasten mit Teilaustausch 1984, Außentür ungedämmt, oberste Geschossdecke und Gaube unzureichend gedämmt
Technische Frage
Welche Maßnahmen bringen bei einem vermieteten Objekt den größten Effekt je Eingriff?
Abhängigkeit
Die Umsetzung liegt zeitlich später, die Förderbedingungen bis dahin sind offen. Systeme und Baustoffe wurden deshalb technologieoffen gehalten, damit die Reihenfolge auf spätere Programmänderungen reagieren kann, ohne neu geplant zu werden.
Entscheidung
Drei Stufen: zunächst Dach- und Kellerdeckendämmung inklusive Gaubendämmung, danach Außenwanddämmung kombiniert mit Fenster- und Haustürtausch, abschließend Heizungstausch zu einer Wärmepumpe mit Photovoltaik zur solaren Stromerzeugung
267 → 71kWh/(m²a) Primärenergie
160.000 €Gesamtinvestition
36.500 €Förderung

Gespräch

Sprechen wir, bevor die erste Entscheidung fällt

Am Anfang steht meist eine konkrete Frage zu einem konkreten Gebäude. Schreiben Sie, worum es geht. Den Rest klären wir im Gespräch.

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