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Klimabedingter Feuchteschutz, Bremen und Niedersachsen
Feuchteschutznachweis nach DIN 4108-3
Der Nachweis stellt sicher, dass in Bauteilen keine schädliche Tauwasserbildung auftritt und die Konstruktion dauerhaft schadensfrei bleibt. Gerade bei einer Innendämmung im Altbau entscheidet er, ob die Sanierung Energie spart oder einen Bauschaden verursacht.
Was das ist
Die hygrothermischen Verhältnisse, gerechnet
Warme Raumluft enthält mehr Wasserdampf als kalte Außenluft. Im Winter wandert dieser Dampf durch die Bauteile nach außen und kühlt dabei ab. Wird es in einer Schicht kalt genug, fällt er als Tauwasser aus. Der Feuchteschutznachweis prüft, wie viel Tauwasser dabei entsteht und ob es im Sommer wieder austrocknet. Dazu kommt der Schutz der Außenwand gegen Schlagregen, den die Norm ebenfalls regelt.
Die DIN 4108-3 gehört zu den wenigen bauaufsichtlich eingeführten Normen, ihre Anforderungen sind also verbindlich; die aktuelle Ausgabe stammt von März 2024. Für viele übliche Konstruktionen nennt sie Beispiele, die ohne Rechnung auskommen. Alles andere wird nachgewiesen. Ich rechne nach dem Periodenbilanzverfahren der Norm; wo es nicht ausreicht, braucht es eine Simulation:
- Periodenbilanzverfahren, auch Glaser-Verfahren genannt: ein vereinfachtes Rechenverfahren mit festen Klimaperioden, für viele Standardaufbauten ausreichend
- Hygrothermische Simulation nach DIN EN 15026: rechnet mit echtem Klima über mehrere Jahre und bildet auch Feuchtespeicherung und kapillaren Transport ab, nötig, wo das vereinfachte Verfahren an seine Grenzen kommt
Wann notwendig
Bei Innendämmung ist er unerlässlich
Eine Innendämmung verändert die Wand grundlegend. Das alte Mauerwerk liegt danach auf der kalten Seite der Dämmung, wird kälter und trocknet langsamer. Feuchte aus der Raumluft oder Schlagregen von außen, die die Wand bisher problemlos verkraftet hat, kann sich jetzt anreichern, besonders an Holzbalkenköpfen und an den Anschlüssen von Innenwänden und Decken.
Das betrifft genau die Gebäude, bei denen eine Außendämmung ausscheidet: denkmalgeschützte Häuser und Backsteinfassaden, die sichtbar bleiben sollen. Den Planungsrahmen für Innendämmungen beschreibt das WTA-Merkblatt 6-4. Wichtig ist der Nachweis in diesen Fällen:
- Denkmalschutz, wo eine Außendämmung ausscheidet und nur nach innen gedämmt werden kann
- Innendämmung generell, weil sich der Taupunkt in die Konstruktion verschiebt
- Energetische Teilmaßnahmen an Bestandsgebäuden, bei denen neue und alte Bauteile zusammenwirken
- Abweichende Aufbauten im Neubau, die nicht zu den nachweisfreien Beispielen der Norm gehören
Ablauf
Vom Bauteilaufbau zum prüfbaren Nachweis
Aufnahme
Bauteilaufbau, Baustoffe, Zustand der Fassade und Nutzung der Räume. Bei Bestandsgebäuden zählt, was tatsächlich verbaut ist, nicht was in alten Plänen steht.
Verfahren
Ich prüfe, ob die Konstruktion nachweisfrei ist oder nach dem Periodenbilanzverfahren gerechnet werden kann. Braucht sie eine hygrothermische Simulation, sage ich Ihnen das früh, damit Sie ein darauf spezialisiertes Büro beauftragen können.
Berechnung
Tauwassermenge im Winter und Verdunstung im Sommer, geprüft gegen die Grenzwerte der Norm.
Ergebnis
Ein prüfbarer Nachweis mit Aufbau, Randbedingungen und Ergebnis, dazu Hinweise für die Ausführung, etwa zur Lage der Dampfbremse oder zum Anschluss der Dämmung an Decken und Innenwände.
Fragen
Was häufig gefragt wird
Wann ist ein Feuchteschutznachweis Pflicht?
Die DIN 4108-3 ist bauaufsichtlich eingeführt, ihre Anforderungen gelten also bei jeder Planung. Einen rechnerischen Nachweis braucht es, wenn die Konstruktion nicht zu den Beispielen gehört, die die Norm ohne Nachweis zulässt. Bei Innendämmungen im Bestand ist das häufig der Fall.
Reicht das Glaser-Verfahren?
Für viele Aufbauten ja. Es rechnet mit festen Klimaperioden und bildet weder Feuchtespeicherung noch kapillaren Transport ab. Bei kapillaraktiven Innendämmungen, Holzkonstruktionen mit dichten Außenschichten oder stark schlagregenbelasteten Fassaden braucht es eine hygrothermische Simulation. Die rechne ich nicht selbst; ob Ihr Fall dazugehört, kläre ich vorab.
Ist der Nachweis förderfähig?
Gehört er zu einer geförderten Maßnahme, etwa einer Innendämmung über das BAFA, zählt er zur Fachplanung und wird mit 50 Prozent gefördert, innerhalb der Obergrenzen für Fachplanung und Baubegleitung. Zu den Obergrenzen
Was kostet ein Feuchteschutznachweis?
Das hängt von der Zahl der Bauteile und vom nötigen Verfahren ab. Ein Angebot erstelle ich nach einer kurzen Abstimmung zu Ihrem Vorhaben.
Passt dazu
Die übrigen Nachweise
Gespräch
Sprechen wir, bevor die erste Entscheidung fällt
Am Anfang steht meist eine konkrete Frage zu einem konkreten Gebäude. Schreiben Sie, worum es geht. Den Rest klären wir im Gespräch.
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